Neue Eisvogelwand am Baggersee Hardt

Rolf Cöhnen, der in diesem Jahr 30 Jahre beim NABU aktiv ist, interessiert sich schon viele Jahren für den Eisvogel, und er wurde zu seinem Lieblingsmotiv. Er beobachtete und fotografierte diesen herrlich schillernden kleinen Fischer in fast allen Situationen. Auch die Fernsehproduktion „Wilde Heimat“, die vor drei Jahren den Oskar für Tierfilme erhielt, hat von ihm über den Eisvogel Bildmaterial erhalten. Jetzt widmet er sich besonders dem Schutz und der Kartierung des Eisvogels.
Am Baggersee Löwen wurden in den letzten zwei Jahren immer wieder Eisvögel gesichtet. Aus diesem Grund stellte Rolf Cöhnen mit NABU-Aktiven der Gruppe Willich und mit Hilfe von Herrn Ziebertz vom Kieswerkes Löwen eine Eisvogelwand auf.
Die Eisvogelwand wurde, mit einem Boot an einen geschützten und für den Eisvogel günstigen Standort transportiert.
Die NABU-Gruppe freut sich, dass auf dem Willicher Gebiet inzwischen mehrere künstliche Brutmöglichkeiten geschaffen wurden, die gute Chancen haben, von Eisvogelpaaren angenommen werden.
Monica Sandrock Nabu Willich
----------------------------------------
Eisvögel an der Cloer
Neue Nistgelegenheit

Der Eisvogel hat es schwer, denn eine natürliche Steilwand aus Lehm ist dort nicht zu finden. Aus diesem Grunge hat sich der NABU Willich entschlossen, eine künstliche Steilwand aus Lehm, Sand, Weidenpfählen und Gittermatten zu errichten.
Eisvogel : Foto: Rolf Cöhnen
Der Eisvogel
Foto: Rolf Cöhnen
Diese freien Lehmflächen nutzt der Eisvogel, um in die Steilwand eine Nisthöhle zu graben. Die Bruthöhle baut der Eisvogel selbst, sie ist meist ca. 60 bis 80 cm lang und endet in einer etwas größeren Nistmulde. Der Eisvogel ließ es sich nicht nehmen, ein paar Mal in der Nähe der "Baustelle" vorbeizufliegen, als wenn er sagen wollte "Was wird denn hier gebaut?

Um die Natur zu schonen und weil mit schwerem Gerät nicht nahe genug an den Fluss herangefahren werden konnte, war körperlicher Einsatz gefragt. Zehn aktive Mitglieder waren mit der Erstellung der Eisvogelwand beschäftigt .

In Höhe von 20cm über dem Wasserspiegel wurde auf gewachsenem Boden eine Plattform von 2 x 1,5 m als Grundlage für die Steilwand geschaffen.

Mit einer Hand - Pfahlramme wurden Weidenpfähle, als äußerer Halt, 80cm in den Boden gerammt. Gitter und Bretter verhinderten, das der angefahrene Lehm ins Flussbett oder zur Seite abrutschen konnte. Außerdem sind sie ein guter Nageschutz gegen die hier häufig vorkommenden Nutrias.

Der Lehm wurde mit Kalkhydrat vermischt und immer wieder durch stampfen mit den Füßen und Zugabe von Wasser verdichtet. Die Schalbretter, die zur Wasserseite angebracht wurden, sind nach sieben Wochen entfernt worden.

Eisvögel sind selten und streng geschützt sowie in der roten Liste als gefährdete Art eingestuft.
Foto: Rolf Cöhnen

Trotz des schlechten Wetters waren alle Helfer des NABU mit guter Laune und Tatkraft dabei. Der NABU-Pflegetrupp übernahm den Transport der rund 5 Kubikmeter Lehm und Sand mit einem Gewicht von 10 Tonnen. Die fachliche Beratung von Klaus Peter Michler war sehr hilfreich.

Damit die gute Laune erhalten blieb, wurde auch für das leibliche Wohl der fleißigen Helfer gesorgt.

Der Eisvogel brütet von März bis September. In dieser Zeit werden meist zwei Bruten großgezogen, die sich überschneiden können. Das heißt, dass das Weibchen schon in der neuen Höhle brütet und das Männchen noch die Jungvögel der ersten Brut füttert. Eisvögel haben ihren Ansitz gerne auf Ästen direkt am oder im Wasser. Ihr pfeilschneller Flug, dicht über der Wasseroberfläche, ist fantastisch anzuschauen und begeistert jeden Naturliebhaber. Diese bunt schillernden Vögel ernähren sich von kleinen Fischen, wie Stichlingen, Moderlischen oder Wasserinsekten.
Ihr NABU - Team Willich
Monica Sandrock
Fotos: Nabu Willich


Vogel der Jahres 2009
Eisvogel: Foto Rolf Cöhnen
Wie sich die Zeiten ändern
Ein Ausschnitt aus einem Waffenkatalog von 1910. Damals galten die Eisvögel , ebenso wie alle Greifvögel,
als Schädlinge und wurden, zumindest fangtechnisch mit Ratten gleichgesetzt.

|